Wenn Bildschirmzeit, dann richtig — Evelins Guide zu Apps die echten Mehrwert bringen.
Die ehrliche Antwort
Vor ein paar Monaten kam Lena zu mir und fragte: „Mama, was ist eine App?“ Ich musste lachen. Mit drei Jahren hatte sie noch nicht wirklich Interesse an Tablets. Aber ich kenne viele Eltern, bei denen läuft das anders — und die haben die gleiche Frage wie ich damals: Wenn mein Kind schon Bildschirm nutzt, dann sollte es wenigstens sinnvoll sein, oder?
Die kurze Antwort: Ja, es gibt Apps die wirklich Mehrwert bringen. Aber es gibt auch jede Menge Müll. Und der Unterschied ist oft nicht offensichtlich.
Die guten Apps — Kategorien die funktionieren
Lernspiele, die wirklich lehren
Beispiele:
- Duolingo Kids (kostenlos) — Spielerisches Sprachenlernen, bunte Grafik, keine Überforderung
- Khan Academy Kids (kostenlos) — Mathe, Buchstaben, Naturwissenschaft, gut strukturiert
- Toca Boca Apps (€4-6 pro App) — Kreative Apps zum Entdecken, hohe Qualität
Kreative Apps

- Procreate Dreams (iPad, €12) — Zeichnen und Animieren für Kinder
- Patterned (€3) — Mosaik-Spiele, beruhigend, kreativ
- GarageBand (kostenlos) — Musikproduktion spielerisch erkunden
Sachkunde und Entdecken
- Nasa Visualization Explorer (kostenlos) — Weltall und Erde erkunden
- Merlin Bird ID (kostenlos) — Vögel bestimmen mit AR-Kamera
Die sinnlosen Apps — Das solltest du meiden
Endlose Candy-Crush-Klone: Nur Zeitvertreib, Suchtmechaniken, kein Mehrwert.
Aggressive Lern-Apps: Zu viel Druck für kleine Kinder, macht Lernen zur Bestrafung.
Apps mit versteckten Kosten: Premium-Popups überall, Kids können €50 versehentlich ausgeben.
Praktische Regeln für sinnvolle Nutzung
Dauer:
- U3: Idealerweise gar nicht, max. 15 Min/Tag bei gemeinsamer Nutzung
- 3-4 Jahre: 20-30 Minuten am Tag, zusammen mit dir
- Ab 5: Bis zu 1 Stunde, aber strukturiert
Gemeinsam nutzen: Das ist der Game-Changer. Wenn du neben deinem Kind sitzt, ist es ganz anders als wenn das Kind alleine vor dem Gerät sitzt.

Keine Bildschirme vor dem Schlafengehen: Das Licht macht Kinder wach.
Häufige Fragen
Schaden Tablets den Augen? Nicht, wenn der Abstand stimmt (20cm min). Regelmäßige Pausen sind wichtig.
Machen Apps mein Kind süchtig? Apps mit Lernfunktion weniger. Candy-Crush-Klone ja, die sind dafür designt.
Altersfreigaben:
- 0-2 Jahre: Lieber draußen spielen
- 2-3 Jahre: Ganz einfache Apps okay
- 3+ Jahre: Gute Lern-Apps
Unser Testsieger: Khan Academy Kids
Wenn ich eine App empfehlen müsste: Khan Academy Kids (kostenlos) + zusammen mit deinem Kind.
Aber ehrlich: die beste App ist nicht am Tablet. Es ist draußen spielen, Bäume beklettern, im Schlamm matschen. Tablets sind das Sahnehäubchen, nicht die Mahlzeit.
Fazit
Tablets sind nicht böse, aber auch nicht die Lösung für Langeweile. Nutze sie bewusst, zusammen mit deinem Kind, und nur mit Apps die wirklich etwas bringen.
Dein Kind wird nicht weniger intelligent weil es ein Tablet nutzt. Aber es wird nicht schlauer davon, einfach alleine drauf rumzutappen.
Fang mit kostenlosen Apps an, probier aus, und vertrau deinem Gefühl. Du kennst dein Kind besser als jede Bewertung.
Bis bald,
Evelin



